Trotz Medienkrise, schrumpfender Redaktionen und der Konkurrenz durch das Internet verfügt Deutschland noch immer über einen der vielfältigsten Zeitschriftenmärkte der Welt: Laut einer aktuellen Untersuchung des Verbands Deutsche Fachpresse erwirtschafteten mehr als 3.800 Fachzeitschriften mit einer Gesamtauflage von 488 Mio. Exemplaren – das sind durchschnittlich rund sechs Publikationen pro Bundesbürger – im Jahr 2010 einen Gesamtumsatz von 1,8 Mrd. Euro, davon 856 Mio. Euro durch Anzeigen.
Die letzte Wirtschaftskrise 2008/9 – die durch ein einbrechendes Anzeigengeschäft auch schnell zur Medienkrise wurde – war bereits 2010 überwunden, für 2011 erwartet fast die Hälfte der Verleger einen anhaltenden Aufwärtstrend.
Elektronische Medien auf dem Vormarsch
Die Fachmedien stellen bereits seit Jahren eine stetige Veränderung fest: Elektronische Medien sind ihre stärksten Wachstumstreiber. Allein im letzten Jahr betrug die Umsatzsteigerung in diesem Segment über 10 Prozent, sie machen inzwischen laut aktuellen Zahlen des Branchenverbands über 13 Prozent des Branchenumsatzes aus. Hinter diesen Zahlen verbergen sich Online-Angebote wie www.heise.de oder www.traktorpool.de und die Portale der Fachverlage wie das Vogel Business Network des Vogel Business Media Verlags.
Die Anzahl der Fachzeitschriften sank hingegen im letzten Jahr leicht um 23 Titel. Aber es wird wohl noch einige Zeit vergehen, bis Aquariumsfreunde oder Landmaschinenexperten in Deutschland ihre Informationen ausschlieĂźlich ĂĽber das Internet beziehen.



