Sven Kaiser, Director Marketing & Corporate Communication bei Optimal Systems, ĂĽber Bewegtbildkommunikation online
Sven Kaiser (Jahrgang 1969) ist seit 1999 Director Marketing & Corporate Communication beim Berliner ECM-Anbieter Optimal Systems. Das Unternehmen befasst sich bereits seit einiger Zeit mit Bewegtbildformaten im Internet. Im Interview mit index erläutert er die Beweggründe seines Unternehmens für den Einsatz von Videos und die Erfahrung mit dem Format.
1. Im Internet findet man viele Videos Ihrer Firma. Seit wann nutzen Sie Bewegtbild-PR fĂĽr die Kommunikationsarbeit von Optimal Systems?
Sie können bereits einiges an Videos von uns im Netz finden. Die ersten Videoaufnahmen haben wir 2007 über Messeauftritte und Veranstaltungen gedreht. Diese waren damals als reine Image-Filme zum Einsatz im Vertrieb konzipiert, z.B. für Präsentationen und bei Veranstaltungen (Corporate Publishing).
Erst nach und nach, vor allem mit dem Vordringen der Sozial Media Plattformen, haben wir die Bewegtbilder in der Online-Kommunikation eingesetzt. Noch machen wir aber erste Gehversuche, und wir lernen insbesondere, was die Nutzung des sozialen Web 2.0 betrifft.
2. Welche Vorteile sehen Sie in der Nutzung von Bewegtbildern im Gegensatz zur klassischen PR-Arbeit?
Die Bedeutung und der Einsatz klassischer PR-Arbeit hat sich in der letzten Zeit extrem verändert, ebenso wie sich die Media-Landschaft verändert hat. Wir müssen ständig neue Wege finden, unsere Zielgruppen mit unseren Themen zu erreichen.
Jede PR-Maßnahme hat ihre Daseins-Berechtigung. Videos sind emotionaler und direkter. Durch die persönliche Ansprache rückt der Mensch in den Vordergrund; es wirkt authentischer und erzeugt Nähe zum Konsumenten bzw. Anwender. Inhalte können im Vergleich zum gedruckten Fachbeitrag besser veranschaulicht und somit etwas leichter kommuniziert werden.
3. Bei welchen Themen setzen Sie bevorzugt Online-Videos als Informationsweg ein?
Es gibt verschiedene Einsatzfelder, die bedient werden können. Da wäre zunächst die
– emotionale Brand-Communication zur Markenprägung und Imagebildung. Dokumentationen von Messen und Veranstaltungen lassen sich ideal Kunden- und Mitarbeiterbindung bzw. –identifikation nutzen. Filmische Anwenderinterviews oder Mitschnitte von Fach-Vorträgen transportieren Erfahrungen aber auch komplexere Botschaften sehr gut. Screen-Cams hingegen sind bestens geeignet, den Transfer von Trainingsmaßnahmen zu unterstützen.
4. Welche Tipps und Hinweise können Sie Kollegen geben, die den Einstieg in das Thema suchen? Was sollte unbedingt beachtet, was vermieden werden?
Es empfiehlt sich mit kleineren Projekten zu starten und Erfahrungen zu sammeln. Drehsen Sie Screencams und nutzen Sie diese vertrieblich. Gewöhnen Sie Ihre Mitarbeiter damit an das Medium Bewegtbild. Dann könnten Eventdokumentationen zur Mitarbeitermotivation und Kundenbindung produziert werden. Sie bringen Erfahrungen in der Postproduction bei Schnitt, Ton und Screendesign. Dann sollte der Weg frei sein für die Produktion großer Filme in Kooperation mit professionellen Dienstleistungspartnern.
5. Sie haben ja schon mehrere Videos produziert: Gibt es bei Ihnen einen festgelegten Ablauf von den Vorbereitungen bis zum Dreh?
Zuerst entsteht natürlich das Konzept: Was wollen wir tun, Wen wollen wir erreichen, Was kommunizieren wir. Ansonsten haben wir einen zuverlässigen Partner zur Seite, mit den sowohl das Drehbuch wie auch Schnitt und Nachbereitung unkompliziert absprechen können.
6. Welche Kanäle nutzen Sie zur Verbreitung Ihrer Videos?
AuĂźer unserer eigenen Webseite sowie Kampagnen-spezifischer Microsites nutzen wir natĂĽrlich das groĂźe Angebot der Videoportale im Internet.
Anfang Mai starteten wir eine Kampagne unter dem Moto „Software motiviert“. Dafür haben wir 5 Viral-Spots produziert. Die Videos werden in über 40 Videoportalen und Internetforen verbreitet. Auch Facebook, Twitter und die Business-Plattform XING spielen eine Rolle. Parallel läuft eine Online-Kampagne mit Kurzversionen dieser Videos, die als Rectangle-Textfeld-Banner in den für unsere Zielgruppen interessanten Online-Portalen geschaltet werden.
7. Wie empfanden Sie Ihren ersten eigenen Auftritt vor der Kamera?
Das ist fast 30 Jahre her – ich hatte eine Nebenrolle in einem Kinderfilm. Während des Drehs war ich unsicher und danach sah ich einen Fremden auf der Leinwand dessen Stimme ich nicht kannte, obwohl ich selbst synchronisiert hatte. Schrecklich.
8. Gab es bei Dreharbeiten zu Ihren Videos eine Situation, die Ihnen besonders im Gedächtnis geblieben ist?
Bei Dreh der aktuellen Kampagne wurde Pyrotechnik eingesetzt, um verkohlte Muffins zu visualisieren. Beim ersten Take haben wir allerdings zu viel des Guten verwendet und das Set war verqualmt, so dass wir nichts mehr gesehen haben, danach intensiv lĂĽften und lange warten muĂźten.
9. Welche Pläne hat Optimal Systems in Bezug auf Bewegtbild-PR im Netz?
Videos sind und bleiben ein ergänzendes Element in der Kommunikationsarbeit. Sie ersetzen kein Medium. Wir werden sie deshalb weiterhin nutzen. Imagefilme, Eventdokumentationen und filmische Animationen zur bildgestĂĽtzen Erläuterung von technischen Sachverhalten werden wir weiterhin anbieten. Auch fĂĽr die Pressearbeit sind Bewegtbilder sehr gut als Zusatzmaterialen fĂĽr Journalisten einsetzbar. Ăśbrigens: das Instrument der Video-eMail wird bei OPTIMAL SYSTEMS zukĂĽnftig ebenso verstärkt zum Einsatz kommen, wie Audio-Podcasts … – wir bleiben in Bewegung!



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Geschrieben von medical transcription am Dezember 29th, 2010.