Eberhard Wolff ist Architecture and Technology Manager bei der adesso AG in Berlin. Seit vielen Jahren nutzt er Social-Media-Dienste wie Blog, Twitter oder verschiedene Netzwerke. Ăśber die GrĂĽnde, die Mittel und seine Erfahrungen spricht er im Interview mit index Standpunkt.
Seit wann nutzen Sie Social Media und mit welchem Dienst fing es an?
Angefangen hat es 2004 mit Xing. Das war in den Anfangstagen, als es noch OpenBC hieß. Damals gab es den Begriff Social Media auch noch nicht, sondern es war die Rede von „Communities“.
Welche Social-Media-Dienste nutzen Sie aktuell?
Im Moment nutze ich Xing, LinkedIn, Twitter (@ewolff) und Google+. Ich habe mal in Orkut hineingeschnuppert, aber das fand ich schnell wenig interessant. Und ich habe nie etwas mit facebook gemacht, womit ich sicher eine Ausnahme bin. DafĂĽr habe ich einen eigenen Blog.
WofĂĽr nutzen Sie die einzelnen Dienste und wie unterscheidet sich die Nutzung?
Xing nutze ich vor allem, um meine geschäftlichen Kontakte zu organisieren. LinkedIn nutze ich dafür auch, wobei LinkedIn eher international ausgerichtet ist, während Xing auf den deutschsprachigen Raum fokussiert ist. Auf Twitter schreibe ich zumeist kurze Nachrichten zu Themen im Bereich Software-Entwicklung, da ich in diesem Bereich arbeite, und verbreite Nachrichten anderer Nutzer weiter, die ich interessant finde. Wegen der Größenbeschränkung der Nachrichten bei Twitter finden sich komplexere technische Themen dann in meinem Blog. Google+ ist für mich mit Twitter vergleichbar, aber ohne die Größenbeschränkung der Nachrichten, mit besserer Unterstützung für Videos oder Bilder und einer wesentlich besseren Kommentarfunktion. Außerdem kann man in Google+ ja Inhalte nur mit bestimmten Personenkreisen teilen, so dass man hier gut geschäftliche, öffentliche und persönliche getrennten Gruppen zugänglich machen kann.
Wie vereinbaren Sie Arbeit und Social-Media-Nutzung? Ist sie (abgesprochener) Teil Ihrer Arbeit?
Gerade im Bereich der Software-Entwicklung kann man ohne Social Media nicht auf dem aktuellen Stand bleiben. Social Media ist fĂĽr den Gedankenaustausch in der Community sehr wichtig. Das gilt fĂĽr Social Media genauso wie fĂĽr Webseiten oder klassische Fachpublikationen. Von daher ist sie aus der Arbeitswelt in diesem Bereich nicht mehr wegzudenken.
Welche Effekte hat Ihre Social-Media-Aktivität für Ihr Unternehmen? Ist sie Teil einer übergeordneten Unternehmensstrategie?
adesso hat eine Social-Media-Strategie, die vor allem auf Personal-Marketing abzielt. Außerdem ist es ein interessantes Medium für Marketing im allgemeinen. Meine eigenen Aktivitäten sind darin eingebettet, haben aber auch einen gewissen Anteil an Eigeninitiative und eigenem Interesse. Dennoch muss man sich bewusst sein, dass man bis zu einem gewissen Grad in Social Media auch immer für das Unternehmen spricht – wie dies bei jeder öffentlichen Aussage der Fall ist.
Wie helfen Ihnen persönlich Ihre Social-Media-Aktivitäten in der täglichen Arbeit?
Man kann sich so einfacher auf dem aktuellen Stand in der Fachdomäne halten, sich mit anderen auch virtuell austauschen und Trends erkennen. Dabei ist vor allem die hohe Aktualität wichtig. Dies bezieht sich vor allem auf Twitter und Google+. Xing hat mein persönliches Telefonbuch weitgehend ersetzt und erlaubt es, das geschäftliche Netzwerk zu pflegen und im Auge zu behalten. LinkedIn nutze ich nicht sehr intensiv in der täglichen Arbeit.
Welche Ziele verfolgen Sie langfristig mit Ihren Social-Media-Aktivitäten?
Ich persönlich möchte weiter Kontakte pflegen, Meinungen und Informationen austauschen und sicher spielt Marketing auch eine Rolle.
Wie trennen Sie Berufliches und Privates in der Social-Media-Nutzung?
Twitter, Xing und LinkedIn enthalten primär Berufliches und auch nur Dinge, die ich einem beliebigen Menschen auf der Straße auch sagen würde, denn letztendlich sind die Informationen dort praktisch jedem zugänglich. Google+ ist das einzige Medium, in dem ich Privates einem begrenzten Nutzerkreis mitteilen kann. Es gibt also eine Trennung zwischen Beruflichem und Privaten durch das Medium und dann durch den Kreis, dem man Informationen zur Verfügung stellt.


