Trotz Fachkräftemangel
Stellenangebot um 5 Prozent gesunken
Der deutsche Arbeitsmarkt hat 2025 spürbar an Dynamik eingebüßt: Unternehmen und öffentliche Einrichtungen schrieben bundesweit rund 11 Millionen Stellen öffentlich aus. Das waren 5 Prozent weniger als im Vorjahr. Die mit großem Abstand meisten Jobs gab es für Bauarbeiter und Handwerker mit rund 2,4 Millionen Stellen. Mit Blick auf das Qualifikationsniveau richteten sich die meisten Vakanzen an Fachkräfte mit Berufsausbildung (fast 3,4 Millionen Stellen). Regional gesehen konnten sich Jobsuchende in Nordrhein-Westfalen auf die meisten freien Positionen bewerben (rund 2,1 Millionen Stellen). Das sind die zentralen Ergebnisse der jüngsten Stellenmarkt-Analyse der Personalmarktforschung Index Research. Datengrundlage war Index Anzeigendaten, die größte Stellenanzeigen-Datenbank Europas.
Jobsuchende hatten es im vergangenen Jahr schwer, eine neue Arbeitsstelle zu finden. Ein Grund ist nach Meinung von Index-CEO Jürgen Grenz die wirtschaftliche Lage: „Viele Arbeitgeber verschieben Einstellungen, weil ihnen die Planungssicherheit fehlt.“ Im vergangenen Jahr veröffentlichten sie circa 11 Millionen Stellen, was einem Rückgang von 5 Prozent gegenüber 2024 entspricht. Dennoch hat sich das Stellenangebot in einzelnen Bereichen sehr unterschiedlich entwickelt.
Diese Fachkräfte waren 2025 am gefragtesten
Trotz des Rückgangs blieb die Personalnachfrage in vielen Engpassberufen hoch. Die meisten Stellen schalteten Arbeitgeber letztes Jahr für Bauarbeiter und Handwerker (rund 2,4 Millionen Stellen). Es folgten technische Fachkräfte wie Ingenieure und Architekten (fast 1,9 Millionen Stellen). Auch Gesundheits- und Pflegepersonal war stark gefragt (nahezu 1,7 Millionen Stellen).
„Noch aufschlussreicher als die absoluten Zahlen sind die prozentualen Veränderungen im Jahr 2025 im Vergleich zum Vorjahr“, betont Grenz. In fast allen Berufsgruppen ging die Anzeigenschaltung zurück. Am stärksten betroffen war das Personalwesen mit einem Rückgang von 15 Prozent. Für Wissenschaftler, Mitarbeitende im Vertrieb und Verkauf sowie Informatiker stieg das Jobangebot hingegen jeweils um 5 Prozent.

Arbeitgeber suchen verstärkt Nachwuchskräfte
Die Arbeitgeber haben letztes Jahr deutlich mehr Arbeitskräfte mit dualer Berufsausbildung als akademische Fachkräfte gesucht. Auf Erstere entfielen nahezu 3,4 Millionen Stellen. Akademiker kamen auf rund 1,6 Millionen Ausschreibungen.
Am stärksten traf die Abkühlung des Arbeitsmarkts ungelernte Arbeitskräfte. Für sie gab es 2025 17 Prozent weniger Stellen als im Vorjahr. Erfreulich war dagegen der Anstieg des Jobangebots für Praktikanten und Werkstudierende (plus 4 Prozent) sowie Young Professionals (plus 3 Prozent). Auch die Stellenausschreibungen für Fachkräfte mit Berufsausbildung legten leicht zu (plus 2 Prozent).

Stellenangebot in Berlin wächst gegen den Trend
Mit rund 2,1 Millionen ausgeschriebenen Stellen bot das bevölkerungsreichste Bundesland Nordrhein-Westfalen 2025 die meisten Jobchancen. Auf den Plätzen zwei und drei rangieren Bayern (rund 1,8 Millionen Stellen) und Baden-Württemberg (fast 1,5 Millionen Stellen). Prozentual ging das Stellenangebot 2025 gegenüber 2024 in fast allen Bundesländern zurück. Eine Ausnahme bildet Berlin. In der Hauptstadt stieg es um 2 Prozent.




