Pflege braucht mehr Personal
Nachfrage nach Altenpflegern steigt um 17 Prozent
In einer älter werdenden Gesellschaft steigt auch der Bedarf an Altenpflegern. Im dritten Quartal 2026 wurden deutschlandweit über 70.400 Stellen für sie ausgeschrieben. Das waren 17 Prozent mehr als im Vorjahresquartal. Besonders gefragt waren ausgebildete Altenpfleger mit mehrjähriger Berufserfahrung (fast 61.700 Stellen). Regional lag Nordrhein-Westfalen mit mehr als 14.400 Stellen in der Altenpflege vorn. Unter den Städten führte Berlin mit rund 4.200 Stellen. Das zeigt eine Analyse der Berliner Personalmarktforschung Index Research. Grundlage der Auswertung war Index Anzeigendaten, die größte Stellenanzeigen-Datenbank Europas.
Die Bundesregierung diskutiert derzeit kontrovers über die künftige Finanzierung der Pflegeversicherung. Eine umfassende Reform ist bislang jedoch nicht in Sicht. Gleichzeitig steigt die Nachfrage nach Altenpflegern deutlich. Pflegeeinrichtungen und von ihnen beauftragte Personaldienstleister schrieben im dritten Quartal 2026 bundesweit über 70.400 Stellen aus. Gegenüber dem Vorjahresquartal entspricht das einem Anstieg um 17 Prozent.

„Die tatsächliche Personalbedarf dürfte noch höher sein“, meint Jürgen Grenz, CEO der Index Gruppe. „Denn wir gehen davon aus, dass Pflegeeinrichtungen mit einer Stellenausschreibung oft mehrere Stellen besetzen möchten.“
Berufserfahrene Altenpfleger sind besonders gefragt
Am besten standen die Jobchancen im dritten Quartal 2026 für Altenpfleger mit abgeschlossener Ausbildung und mehrjähriger Berufserfahrung. Auf sie entfielen fast 61.700 ausgeschriebene Stellen. Das waren 20 Prozent mehr als im Vorjahresquartal.
Mit großem Abstand folgten Leitungsfunktionen, wie z. B. Pflegedienstleistung und Wohnbereichsleitung, mit rund 3.800 Ausschreibungen und einem Plus von 13 Prozent. Akademisch qualifizierte Altenpflegekräfte waren mit lediglich 261 Stellen dagegen kaum gefragt.
Besonders auffällig ist die Entwicklung bei den Ausbildungsplätzen. Im dritten Quartal 2026 wurden über 1.400 Ausbildungsstellen für angehende Altenpfleger veröffentlicht. Das waren 31 Prozent weniger als im Vorjahresquartal.
„Der steigende Personalbedarf und die sinkende Zahl ausgeschriebener Ausbildungsplätze sind eine problematische Kombination“, warnt Grenz. „Bei dieser Entwicklung könnte sich der ohnehin bestehende Fachkräftemangel in der Altenpflege langfristig weiter verschärfen.“
Große regionale Unterschiede bei der Nachfrage nach Altenpflegern
Die meisten Stellen für Altenpflegekräfte wurden im dritten Quartal 2026 in Nordrhein-Westfalen ausgeschrieben. Mit mehr als 14.400 Inseraten lag das bevölkerungsreichste Bundesland deutlich vor Niedersachsen (fast 9.400 Stellen), Bayern (rund 7.900 Stellen) und Baden-Württemberg (über 7.100 Stellen).
Verglichen mit dem Vorjahresquartal stieg die Nachfrage nach Altenpflegern in nahezu allen Bundesländern. Lediglich in Brandenburg ging die Zahl der ausgeschriebenen Stellen um 1 Prozent zurück.
Auch zwischen den Großstädten gab es deutliche Unterschiede. Berlin führte das Städteranking mit rund 4.200 Stellen für Altenpfleger an. Auf Platz zwei folgte Hamburg mit fast 1.400 Jobangeboten in der Altenpflege. Dahinter lagen Hannover (706 Stellen), Bremen (671 Stellen), Köln (663 Stellen) und Dresden (611 Stellen). München, immerhin Deutschlands drittgrößte Stadt, belegte mit 528 Stellen für Altenpfleger lediglich den siebten Platz.

Bildquellen: Beitragsbild (istock.com/FredFroese), Grafik im Text (index Gruppe)



