Arbeitsmarkt schwächelt weiter
Personaldienstleister schalten deutlich weniger Stellenanzeigen
Die Krise am Arbeitsmarkt trifft Personaldienstleister besonders stark: Im zweiten Quartal 2026 veröffentlichten Personalberatungen, -vermittlungen und Zeitarbeitsfirmen für ihre Kundenunternehmen fast 1,1 Millionen Stellen. Das entsprach zwar 33 Prozent des gesamten Stellenangebots in Deutschland. Dennoch schrieben die externen HR-Dienstleister rund 12 Prozent weniger Stellen aus als im Vorjahresquartal. Am häufigsten suchten Firmen im zweiten Quartal dieses Jahres mithilfe von Personaldienstleistern Fachkräfte in medizinischen Gesundheitsberufen (über 105.000 Positionen). In zwei Berufsgruppen schalteten sie sogar mehr Stellen als es bei der Bundesagentur für Arbeit gemeldete Arbeitsuchende gab: In den Bereichen „Technische Entwicklung, Konstruktion, Produktionssteuerung“ sowie „Finanzdienstleistungen, Rechnungswesen, Steuerberatung“. Dies sind die zentralen Ergebnisse einer Auswertung der Berliner Personalmarktforschung Index-Research. Die Analyse basiert auf Index-Anzeigendaten, der größten Stellenanzeigen-Datenbank Europas.
Mit knapp 1,1 Millionen ausgeschriebenen Jobs zwischen April und Juni 2026 bleibt die Personaldienstleistungsbranche ein wichtiger Recruiting-Partner. Damit entfiel zwar rund ein Drittel des gesamten Stellenangebots in Deutschland auf die externen Recruiting-Profis. Gegenüber dem Vorjahresquartal sank ihr Anzeigenvolumen jedoch um rund zwölf Prozent.

„Auch in der aktuellen wirtschaftlichen Situation sind Personaldienstleister am Arbeitsmarkt unverzichtbar. Da sie ein Drittel aller Stellenangebote ausschreiben, spielen sie nach wie vor eine Schlüsselrolle bei der Fachkräftesicherung“, erklärt Jürgen Grenz, CEO von Index.
Diese Fachkräfte suchen Personaldienstleister am häufigsten
Unternehmen beauftragten im zweiten Quartal 2026 Personaldienstleister am häufigsten, um diese Profile zu rekrutieren: Fachkräfte in medizinischen Gesundheitsberufen (über 105.000 Stellen), Personal für Verkehr und Logistik (außer Fahrzeugführung) sowie Mitarbeitende in Maschinen- und Fahrzeugtechnikberufen (jeweils fast 92.000 Stellen).

Personaldienstleister sind ein Indikator für den Fachkräftemangel
Wenn es in einer Berufsgruppe mehr von Personaldienstleistern ausgeschriebene Stellen als bei der Bundesagentur für Arbeit (BA) gemeldete Arbeitsuchende gibt, ist das ein deutlicher Indikator für einen Fachkräfteengpass.
Im zweiten Quartal dieses Jahres war dies bei zwei BA-Berufsgruppen der Fall: Im Bereich „Technische Entwicklung, Konstruktion und Produktionssteuerung“ kamen auf 8 Arbeitsuchende 10 Stellenangebote von Personaldienstleistern. Im Sektor „Finanzdienstleistungen, Rechnungswesen und Steuerberatung“ lag das Verhältnis bei 9 zu 10.
Bildquellen: Beitragsbild (istockphoto.com/dragana991), Grafiken im Text (Index-Research)



